Wer sein iPad täglich nutzt, kennt das Problem: Ständig poppt irgendwo eine Benachrichtigung auf, der Akku schmilzt schneller dahin als gedacht, und Apps, die man seit Wochen nicht geöffnet hat, melden sich trotzdem ungefragt zu Wort. Die gute Nachricht? Mit einer cleveren Anpassung der Hintergrundaktualisierung lässt sich beides elegant lösen – weniger Ablenkung und deutlich mehr Akkulaufzeit.
Warum Hintergrundaktualisierungen echte Akkufresser sind
Apple hat die Hintergrundaktualisierung ursprünglich entwickelt, um Apps stets auf dem neuesten Stand zu halten. Das klingt zunächst praktisch: Wenn ihr eine News-App öffnet, sind die Schlagzeilen bereits geladen. Bei einer Wetter-App seht ihr sofort die aktuelle Vorhersage. Doch diese Bequemlichkeit hat ihren Preis.
Jede App, die im Hintergrund Daten aktualisiert, verbraucht Prozessorleistung, mobilisiert die Netzwerkverbindung und zapft den Akku an. Besonders der ständige Verbindungsaufbau zwischen App und mobilem Internet macht sich beim Energieverbrauch bemerkbar. Bei einer Handvoll Apps mag das kaum ins Gewicht fallen, aber die Realität sieht anders aus: Viele iPad-Nutzer haben dutzende Apps installiert, von denen ein Großteil diese Hintergrundaktivität standardmäßig nutzt. Die konstante Hintergrundaktualisierung belastet den Lithium-Ionen-Akku erheblich und reduziert die Nutzungsdauer zwischen den Ladevorgängen spürbar.
Der Zusammenhang zwischen Hintergrundaktivität und Benachrichtigungen
Hintergrundaktualisierungen und Push-Benachrichtigungen sind zwei unterschiedliche Mechanismen, die aber oft Hand in Hand gehen. Während Push-Benachrichtigungen über Apples eigenen Dienst funktionieren und auch ohne Hintergrundaktualisierung ankommen, nutzen viele Apps beide Funktionen parallel. Gerade bei Apps, die ihr nur gelegentlich braucht, wird das schnell zum Störfaktor.
Das Fitnessstudio-App von der Probemitgliedschaft? Die Shopping-App vom Black-Friday-Schnäppchen? Oder die Event-App von der Konferenz im letzten Jahr? All diese digitalen Relikte können weiterhin im Hintergrund werkeln und euch mit Mitteilungen bombardieren, die längst irrelevant geworden sind.
So findet ihr die Hintergrundaktualisierung auf eurem iPad
Der Weg zur entscheidenden Einstellung ist erfreulich unkompliziert. Öffnet zunächst die Einstellungen-App – das graue Zahnrad-Symbol auf eurem Homescreen. Scrollt dann zum Menüpunkt Allgemein und tippt darauf. Hier findet ihr relativ weit oben den Eintrag Hintergrundaktualisierung.
Nach dem Antippen seht ihr zunächst eine Übersichtsoption, die drei Wahlmöglichkeiten bietet: Aus, WLAN oder WLAN & Mobile Daten. Darunter folgt die eigentlich spannende Liste: eine Aufstellung sämtlicher Apps, die prinzipiell auf diese Funktion zugreifen können.
Die granulare Kontrolle über jede einzelne App
Genau hier liegt das Goldnugget für technisch versierte iPad-Nutzer. Statt die Hintergrundaktualisierung komplett zu deaktivieren – was manche wichtigen Apps beeinträchtigen könnte – habt ihr die Möglichkeit, für jede App individuell zu entscheiden.
Scrollt durch die Liste und fragt euch bei jeder App ehrlich: Wann habe ich diese das letzte Mal geöffnet? Brauche ich hier wirklich sofortige Updates? Bei einer Banking-App, die ihr zweimal im Jahr nutzt, lautet die Antwort vermutlich nein. Bei eurem bevorzugten Messenger oder der E-Mail-App sieht es anders aus.
Strategische Entscheidungen: Welche Apps sollten im Hintergrund aktiv bleiben?
Die Kunst besteht darin, die richtige Balance zu finden. Kommunikations-Apps wie WhatsApp, Telegram oder Slack sollten aktiv bleiben – hier wollt ihr keine Nachrichten verpassen. Auch Produktivitäts-Apps, die ihr täglich nutzt, etwa Notiz- oder Kalender-Apps mit Cloud-Synchronisation, profitieren von der Hintergrundaktualisierung. Navigation und Reise-Apps dürfen ebenfalls im Hintergrund laufen, wenn ihr gerade unterwegs seid oder eine Reise ansteht.

Anders sieht es bei Shopping-Apps aus – die Angebote sind auch beim manuellen Öffnen noch da. Social-Media-Apps, die ihr nur sporadisch nutzt, könnt ihr getrost deaktivieren. Das reduziert gleichzeitig den Drang zum ständigen Checken. Spiele brauchen selten einen Grund für Hintergrundaktualisierungen, und Apps von Events, Reisen oder zeitlich begrenzten Aktivitäten, die längst vorbei sind, gehören ebenfalls auf die Deaktivierungsliste.
Der messbare Effekt auf die Akkulaufzeit
Wie stark sich diese Optimierung tatsächlich auswirkt, hängt von eurem individuellen App-Portfolio ab. Nutzer mit vielen installierten Apps berichten regelmäßig von spürbaren Verbesserungen der Akkulaufzeit – besonders wenn zuvor viele datenintensive Apps unkontrolliert im Hintergrund aktiv waren. Effektives Energiemanagement bei mobilen Geräten kann die Betriebsdauer zwischen den Ladevorgängen erheblich verlängern.
Ein zusätzlicher Nebeneffekt: Weniger Hintergrundaktivität bedeutet auch weniger Datenverbrauch. Wer sein iPad mit einer SIM-Karte nutzt und ein begrenztes Datenvolumen hat, wird diesen Bonus schnell zu schätzen wissen.
Die psychologische Komponente: Weniger Ablenkung, mehr Fokus
Neben den technischen Vorteilen gibt es einen oft unterschätzten psychologischen Aspekt. Jede Benachrichtigung, jedes Badge mit einer Zahl, jedes Aufleuchten des Displays reißt uns aus dem Fokus. Indem ihr selten genutzte Apps vom Hintergrund-Update ausschließt, reduziert ihr automatisch die Anzahl potenzieller Störquellen.
Das iPad wird wieder zu dem, was es sein sollte: ein Werkzeug, das euch dient, statt eure Aufmerksamkeit zu fordern. Die Kontrolle über eure Benachrichtigungen gibt euch auch die Kontrolle über euren Arbeitstag zurück.
Fortgeschrittene Taktik: Saisonale Anpassungen
Wirklich versierte iPad-Nutzer gehen noch einen Schritt weiter und passen ihre Hintergrundaktualisierungen saisonal an. Vor dem Urlaub aktiviert ihr die Reise- und Navigations-Apps, danach deaktiviert ihr sie wieder. Während der Fußball-Saison darf die Sport-App im Hintergrund laufen, in der Sommerpause nicht.
Diese Methode erfordert zwar etwas Disziplin, zahlt sich aber durch maximale Effizienz aus. Ein kleiner Tipp: Nutzt wiederkehrende Erinnerungen in der Kalender-App, um euch quartalsweise an eine Überprüfung zu erinnern.
Wenn Apps nach der Deaktivierung Probleme machen
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass eine App nach Deaktivierung der Hintergrundaktualisierung nicht mehr richtig funktioniert. Besonders bei Apps mit komplexer Cloud-Synchronisation oder standortbasierten Diensten kann das auftreten. Die Lösung ist simpel: Aktiviert die Funktion für diese spezifische App einfach wieder.
Modern programmierte Apps sollten damit allerdings keine Schwierigkeiten haben. Sie aktualisieren ihre Inhalte beim aktiven Öffnen – nur eben nicht ständig im Hintergrund. Social-Media-Feeds laden beispielsweise problemlos nach, sobald ihr die App öffnet. Für die meisten Nutzungsszenarien ist das völlig ausreichend.
Die Kombination mit weiteren Energiespar-Maßnahmen
Für maximale Ergebnisse lohnt es sich, die Optimierung der Hintergrundaktualisierung mit anderen Maßnahmen zu kombinieren. Reduziert die Bildschirmhelligkeit, aktiviert den Dark Mode – dieser kann bei iPads mit OLED-Display die Akkulaufzeit um bis zu 30 Prozent verlängern, da schwarze Pixel nicht beleuchtet werden. Überprüft in den Einstellungen unter Batterie, welche Apps generell die meiste Energie verbrauchen. Oft entdeckt ihr dort weitere Kandidaten für eine Optimierung.
Diese ganzheitliche Herangehensweise verwandelt euer iPad in eine deutlich effizientere Maschine – mit längerem Atem und weniger störenden Unterbrechungen. Gerade bei älteren iPad-Modellen, deren Akkus bereits etwas an Kapazität verloren haben, kann dieser Ansatz das Nutzungserlebnis spürbar verbessern und die Lebensdauer des Geräts verlängern.
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