Diese versteckte PS5-Funktion macht deine alten PS4-Spiele deutlich besser, aber nicht wie du denkst

Die PlayStation 5 bietet mit ihrer Abwärtskompatibilität die Möglichkeit, die gesamte PS4-Spielesammlung auf der neuen Konsole zu genießen. Sony hat bestätigt, dass die PS5 abwärtskompatibel mit PS4 ist und dabei mehr als 99 Prozent der PS4-Spiele unterstützt werden. Dank der deutlich leistungsstärkeren Hardware profitieren viele ältere Titel von verbesserter Performance. Doch was genau bringt die 120-Hz-Ausgabe-Einstellung der PS5 für PS4-Spiele? Zeit, mit einigen Missverständnissen aufzuräumen und die tatsächlichen Verbesserungen zu beleuchten.

Was der Game Boost wirklich leistet

Sony hat der PlayStation 5 eine Funktion namens Game Boost spendiert, die PS4-Titel spürbar aufwertet. Von rund 4.000 verfügbaren PS4-Spielen funktionieren nur etwa 9 bis 10 nicht auf der neuen Konsole. Die überwältigende Mehrheit läuft nicht nur problemlos, sondern profitiert von kürzeren Ladezeiten, stabileren Frameraten und verbesserter Grafik. Spiele, die auf der PS4 Pro mit schwankenden Bildraten kämpften, erreichen auf der PS5 oft konstante 60 Bilder pro Sekunde.

Diese Verbesserungen geschehen automatisch durch die überlegene Hardware der PS5. Die Konsole nutzt ihre Reserven, um älteren Titeln mehr Spielraum zu geben, ohne dass Spieler dafür Einstellungen ändern müssen. Das Resultat sind flüssigere Bewegungen, schnellere Ladebildschirme und eine insgesamt angenehmere Spielerfahrung.

Die 120-Hz-Ausgabe verstehen

In den Einstellungen der PS5 findet sich eine Option zur Aktivierung der 120-Hz-Ausgabe. Hier gilt es, einen wichtigen Unterschied zu verstehen: Diese Einstellung betrifft die Bildwiederholrate des angeschlossenen Displays, nicht die Framerate der Spiele selbst. Ein verbreiteter Irrglaube besagt, PS4-Spiele würden durch diese Einstellung plötzlich mit 120 Bildern pro Sekunde laufen. Das entspricht nicht der Realität.

Tatsächlich unterstützen auf der PS5 bisher nur native PS5-Versionen die 120-FPS-Wiedergabe. Bei abwärtskompatiblen PS4-Titeln müsst ihr auf diese hohen Frameraten verzichten. Eine dokumentierte Ausnahme bildet Call of Duty Warzone, das als PS4-Titel nachträglich 120-FPS-Unterstützung erhalten hat. Die meisten PS4-Spiele bleiben jedoch auf ihre ursprünglichen 30 oder 60 Bilder pro Sekunde begrenzt, unabhängig von den Display-Einstellungen.

So aktiviert ihr die 120-Hz-Ausgabe

Auch wenn die Funktion für PS4-Spiele keinen direkten Nutzen bringt, ist die Aktivierung für native PS5-Titel sinnvoll. Der Weg dorthin ist unkompliziert, erfordert aber die richtige Hardware. Ihr benötigt einen Fernseher oder Monitor, der 120 Hz über HDMI 2.1 unterstützt. Die PlayStation 5 unterstützt diesen Standard und ermöglicht 4K-Auflösung bei 120 Hz für kompatible Spiele.

  • Öffnet die Einstellungen über das Zahnrad-Symbol im Hauptmenü
  • Navigiert zu Bildschirm und Video
  • Wählt den Menüpunkt Videoausgabe aus
  • Scrollt nach unten bis zur Option 120 Hz-Ausgabe
  • Stellt den Schalter von Aus auf Automatisch

Nach dieser Änderung nutzt die PS5 automatisch die höhere Bildwiederholrate, sobald ein natives PS5-Spiel dies unterstützt. Die Konsole regelt das im Hintergrund, ohne dass ihr für jedes Game einzeln umstellen müsst.

Welche PS4-Spiele vom Game Boost profitieren

Auch ohne 120-FPS-Unterstützung zeigen viele PS4-Titel deutliche Verbesserungen auf der PS5. Besonders interessant wird es bei Spielen, die bereits auf der PS4 Pro einen Performance-Modus anboten. Diese Modi zielen auf höhere Frameraten ab, wurden aber durch die limitierte Hardware des Vorgängers ausgebremst.

Ghost of Tsushima beispielsweise läuft im Performance-Modus mit stabilen 60 Bildern pro Sekunde, während auf der PS4 Pro gelegentliche Einbrüche auftraten. God of War zeigt im Leistungsmodus eine spürbar flüssigere Darstellung, und The Last of Us Part II profitiert von konstanteren Frameraten während actionreicher Sequenzen. Diese Verbesserungen verdanken sich dem Game Boost, nicht der 120-Hz-Ausgabe-Einstellung.

Rennspiele wie Gran Turismo Sport und kompetitive Shooter wie Call of Duty Modern Warfare zeigen ebenfalls stabilere Performance. Die reduzierte Latenz durch schnellere Ladezeiten und konstantere Frameraten kann in Multiplayer-Matches einen spürbaren Unterschied machen.

Technische Hintergründe der Abwärtskompatibilität

Die PS5 verfügt über deutlich mehr Rechenleistung als ihr Vorgänger. Wenn ein PS4-Titel im Kompatibilitätsmodus läuft, nutzt die Konsole ihre Reserven, um das Spielerlebnis zu optimieren. Die CPU- und GPU-Last wird effizienter verteilt, was zu gleichmäßigeren Frame-Times führt. Das Resultat sind weniger Mikroruckler und ein homogeneres Spielgefühl.

Diese Verbesserungen geschehen automatisch durch die überlegene Architektur der PS5. Die Konsole emuliert nicht einfach die PS4-Hardware, sondern nutzt ihre eigenen Komponenten optimal, um älteren Spielen mehr Performance zu entlocken. Bei Titeln mit unlimitierter Framerate kann das bedeuten, dass aus schwankenden 50 Bildern pro Sekunde stabile 60 werden.

Häufige Stolpersteine beim Einrichten

Nicht immer klappt die Aktivierung der 120-Hz-Ausgabe reibungslos. Manche Nutzer berichten, dass die Option ausgegraut bleibt oder nicht auswählbar ist. In den meisten Fällen liegt das Problem beim HDMI-Kabel oder den TV-Einstellungen. Stellt sicher, dass ihr ein zertifiziertes HDMI 2.1-Kabel verwendet. Die mitgelieferten Kabel älterer Konsolen reichen oft nicht aus.

Auch euer Fernseher muss mitspielen. Viele Modelle besitzen separate HDMI-Anschlüsse für unterschiedliche Funktionen. Prüft im TV-Menü, ob HDMI Enhanced Mode oder ein ähnlich benanntes Feature für den genutzten Anschluss aktiviert ist. Manche Hersteller verstecken diese Einstellung tief in den erweiterten Optionen.

Ein weiterer Punkt betrifft HDR. Bei aktiviertem HDR kann es je nach TV-Modell zu Einschränkungen bei der Bildwiederholrate kommen. Einige ältere HDMI 2.1-Displays unterstützen entweder 4K mit HDR bei 60 Hz oder 4K ohne HDR bei 120 Hz. Hier müsst ihr abwägen, was euch wichtiger ist. Für kompetitive PS5-Spiele bietet sich die höhere Framerate an, bei atmosphärischen Story-Games punktet HDR stärker.

Performance versus Grafik bei PS4-Titeln

Bei PS4-Spielen auf der PS5 habt ihr oft die Wahl zwischen Quality- und Performance-Modi. Der Quality-Modus priorisiert Auflösung und Grafikeffekte, läuft aber meist mit 30 Bildern pro Sekunde. Der Performance-Modus reduziert die Auflösung zugunsten von 60 FPS. Dank der stärkeren Hardware der PS5 laufen beide Modi deutlich stabiler als auf der PS4 Pro.

Der Performance-Modus wird auf der PS5 besonders attraktiv. Die Kombination aus stabilen 60 Bildern pro Sekunde und der überlegenen Hardware erzeugt ein Spielgefühl, das in Sachen Immersion überzeugt. Statt durch gestochen scharfe Texturen beeindruckt euer Auge durch fließende Bewegungen und direkte Reaktionen auf Controller-Eingaben.

Für Story-lastige Spiele ohne Zeitdruck mögen 30 FPS mit maximaler Grafikpracht ausreichen. Doch sobald Präzision gefragt ist, sei es beim Ausweichen in actionlastigen Games oder beim Zielen in Shootern, macht die erhöhte Framerate den entscheidenden Unterschied. Der Game Boost der PS5 holt aus eurer PS4-Bibliothek Potenzial heraus, das auf der älteren Hardware verborgen blieb.

Welchen Modus nutzt du bei PS4-Spielen auf der PS5?
Performance mit 60 FPS
Quality mit maximaler Grafik
Wechsle je nach Spiel
Habe keine PS5
Wusste nicht vom Unterschied

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