Stiftung Warentest schlägt Alarm: Der wahre Grund, warum Sie keine Reiswaffeln mehr kaufen sollten

Reiswaffeln gelten als gesunder Snack für zwischendurch – leicht, knusprig und scheinbar natürlich. Doch hinter der luftigen Fassade verbergen sich oft unerwartete Risiken. Reis nimmt Arsen aus Boden auf, was besonders bei gepufften Produkten zum Problem wird. Was auf den ersten Blick wie ein simples Produkt aus gepufftem Reis wirkt, kann bei genauerer Betrachtung gesundheitliche Bedenken aufwerfen. Wer gesundheitsbewusst einkaufen möchte, sollte genau hinschauen – denn nicht alles, was natürlich aussieht, ist auch unbedenklich.

Die trügerische Einfachheit von Reiswaffeln

Theoretisch braucht eine Reiswaffel nur eine einzige Zutat: Reis. Durch Hitze und Druck entsteht die charakteristische aufgepuffte Struktur, die den Snack so beliebt macht. Tatsächlich bestehen reine Natur-Reiswaffeln ohne Geschmack oder Überzug meist nur aus Reis und eventuell etwas Salz. Die Zutatenlisten dieser Produkte sind überschaubar und enthalten in der Regel keine bedenklichen Zusatzstoffe. Reiswaffeln haben grundsätzlich gute Nährwerte und erhalten in ihrer reinen Form fast alle die Bestnote im Nutri-Score.

Anders verhält es sich bei aromatisierten Varianten. Bei Reiswaffeln mit Käse-, Paprika-, Schokoladen- oder Joghurtgeschmack sieht die Situation deutlich komplexer aus. Hier fügen viele Hersteller eine Vielzahl von Zusatzstoffen bei, die unterschiedliche Funktionen erfüllen – von der Geschmacksverstärkung über die Haltbarmachung bis zur optischen Aufwertung.

Die versteckte Gefahr: Arsen in Reisprodukten

Das größte gesundheitliche Risiko bei Reiswaffeln hat jedoch nichts mit bewusst zugesetzten Stoffen zu tun. Reis nimmt während des Wachstums mehr anorganisches Arsen aus dem Boden auf als andere Getreidesorten. Besonders problematisch: Während der Herstellung von Reiswaffeln wird dem Reis Flüssigkeit entzogen. Dadurch erhöht sich die Konzentration des Schadstoffs deutlich. In Reiswaffeln ist die Arsenbelastung oft sogar höher als in Reiskörnern.

Anorganisches Arsen ist krebserregend. Die genaue Aufnahme toxischer Elemente ist für Säuglinge und Kleinkinder als besonders gesundheitlich bedenklich einzustufen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung betont, dass selbst der anvisierte Höchstwert von 0,1 Milligramm Arsen pro Kilo Reisprodukt für Babys und Kleinkinder noch zu hoch ist. Eltern sollten daher bei der Gabe von Reiswaffeln an kleine Kinder besondere Zurückhaltung üben.

Bio-Produkte bieten keinen Vorteil

Viele Verbraucher greifen zu Bio-Reiswaffeln in der Hoffnung, dadurch gesündere Produkte zu erhalten. Beim Arsengehalt bietet diese Wahl jedoch keinen Vorteil. Das Bundesinstitut für Risikobewertung kann keine Aussagen dazu machen, ob ökologisch produzierte Produkte weniger Arsen enthalten als konventionell hergestellte. Tests bestätigen dies: Ökoprodukte schnitten beim Arsengehalt keineswegs besser ab. Alle getesteten Reiswaffeln, auch Bio-Produkte, wiesen Spuren von Arsen auf. Die Arsenbelastung hängt primär von den Anbaubedingungen und der Reissorte ab, nicht von der Produktionsweise.

Cadmium und Acrylamid: Weitere Schadstoffe im Fokus

Neben Arsen wurden in Tests auch erhöhte Konzentrationen von Cadmium nachgewiesen. Dieses Schwermetall reichert sich im Körper an und kann bei langfristiger Aufnahme Nieren und Knochen schädigen. Wie Arsen gelangt auch Cadmium über die Reispflanze aus dem Boden in das Endprodukt.

Ein weiteres Problem stellt Acrylamid dar. Dieser Stoff entsteht beim Erhitzen stärkehaltiger Lebensmittel und wurde in vielen getesteten Reiswaffeln gefunden, auch in Produkten für Kinder. Acrylamid steht laut wissenschaftlichen Studien im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Der Puffvorgang bei hohen Temperaturen begünstigt die Bildung dieser Substanz.

Zucker in seinen vielen Gesichtern

Besonders bei Reiswaffeln für Kinder kritisieren Experten den hohen Zuckergehalt. Es sei nicht sinnvoll, kleine Kinder an süßen Geschmack zu gewöhnen. Dennoch werden viele Kinderprodukte mit erheblichen Mengen Zucker versetzt. Dieser versteckt sich hinter verschiedenen Bezeichnungen in der Zutatenliste: Glukosesirup, Fruktose, Maltodextrin, Invertzuckersirup oder Gerstenmalzextrakt sind nur einige Beispiele. Durch diese Aufspaltung in verschiedene Zuckerarten rutschen die einzelnen Komponenten in der Zutatenliste nach hinten und erwecken den Eindruck eines niedrigen Gesamtzuckergehalts. Tatsächlich summieren sich diese Zutaten jedoch zu beachtlichen Mengen.

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe

In als zuckerfrei beworbenen Produkten kommen stattdessen oft Süßstoffe oder Zuckeralkohole zum Einsatz. Substanzen wie Sorbit, Xylit oder Maltit haben zwar weniger Kalorien als herkömmlicher Zucker, können aber bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Die Kennzeichnungspflicht „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ findet sich zwar auf vielen Verpackungen, wird aber häufig überlesen. Gerade Kinder, die Reiswaffeln als Snack konsumieren, erreichen die kritische Menge schneller als gedacht.

Zusatzstoffe in aromatisierten Varianten

Besonders bei aromatisierten Varianten kommen häufig Aromastoffe zum Einsatz. Um Beschichtungen auf Reiswaffeln – etwa Joghurt-, Schokoladen- oder Karamellüberzüge – gleichmäßig und stabil zu halten, setzen Produzenten Emulgatoren ein. Substanzen wie Lecithine oder Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren sorgen dafür, dass sich eigentlich nicht mischbare Komponenten wie Fett und Wasser verbinden. Während diese Stoffe in geringen Mengen als unbedenklich gelten, gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Emulgatoren die Darmflora beeinflussen können. Für Menschen mit empfindlichem Verdauungssystem oder bestehenden Darmproblemen können diese Zusätze problematisch sein.

Um die Haltbarkeit zu verlängern und das Ranzigwerden von Fetten zu verhindern, setzen manche Produzenten Konservierungsstoffe und Antioxidantien ein. Ascorbinsäure wird in industriell hergestellter Form eingesetzt. Problematischer sind synthetische Antioxidantien wie BHA oder BHT, die im Verdacht stehen, hormonell wirksam zu sein. Während diese Stoffe in Deutschland seltener verwendet werden, können sie in importierten Produkten durchaus auftauchen.

Was Verbraucher tun können

Der bewusste Umgang mit Reiswaffeln beginnt beim aufmerksamen Lesen der Zutatenliste. Je kürzer diese ist, desto besser. Idealerweise besteht das Produkt ausschließlich aus Reis und vielleicht einer Prise Salz. Bei aromatisierten Varianten sollte die Herkunft des Geschmacks kritisch hinterfragt werden.

Ein Blick auf die Nährwerttabelle verrät, wie viel Zucker tatsächlich enthalten ist. Mehr als 10 Gramm pro 100 Gramm sollten als kritisch betrachtet werden, insbesondere wenn das Produkt als gesunder Snack vermarktet wird. Besondere Vorsicht gilt bei Produkten für Kinder, die häufig unnötig viel Zucker enthalten.

Aufgrund der Arsenbelastung sollten Reiswaffeln nicht täglich und nicht in großen Mengen verzehrt werden. Für Säuglinge und Kleinkinder empfiehlt sich besondere Zurückhaltung. Auch der Griff zu Bio-Produkten löst das Arsenproblem nicht. Die genauen Arsengehalte werden von Herstellern nur selten transparent kommuniziert, weshalb grundsätzlich Maßhalten angebracht ist.

Alternativen und Abwechslung

Statt sich ausschließlich auf Reiswaffeln zu verlassen, empfiehlt sich eine abwechslungsreiche Snack-Auswahl. Nüsse, Obst, Gemüsesticks oder selbstgemachtes Popcorn bieten mehr Nährstoffe und weniger problematische Inhaltsstoffe. Wer nicht auf Reiswaffeln verzichten möchte, sollte zumindest auf Vielfalt achten und verschiedene Getreidesorten in die Ernährung integrieren, um die potenzielle Schadstoffbelastung zu reduzieren.

Die Verantwortung der Hersteller

Transparenz sollte bei der Lebensmittelproduktion oberste Priorität haben. Verbraucher haben das Recht zu erfahren, welche Schadstoffbelastungen in den Produkten vorhanden sind – und zwar in verständlicher Sprache, nicht in kryptischen E-Nummern oder chemischen Fachbegriffen. Besonders bei Produkten, die gezielt für Kinder vermarktet werden, wäre mehr Verantwortungsbewusstsein wünschenswert. Der hohe Zuckergehalt vieler Kinderprodukte ist ernährungsphysiologisch nicht zu rechtfertigen.

Je mehr Menschen kritische Fragen stellen und bewusste Kaufentscheidungen treffen, desto größer wird der Druck auf Hersteller, ihre Rezepturen zu überdenken und tatsächlich unbedenkliche Produkte anzubieten. Die scheinbar harmlosen Reiswaffeln offenbaren bei näherer Betrachtung die komplexe Realität moderner Lebensmittelproduktion. Zwischen Marketingversprechen und tatsächlichen Inhaltsstoffen klafft oft eine erhebliche Lücke. Wer informiert ist, kann bessere Entscheidungen treffen und Produkte wählen, die wirklich halten, was sie versprechen.

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